Hessische Schülerakademie

 

Lernen und Forschen in den Sommerferien:
Acht Kopernikaner bei der Hessischen Schülerakademie
 
Normalerweise sieht man diese gelben Vermessungsgeräte, die einer Kamera ähneln, auf unfertigen Straßen und unbebauten Grundstücken. Doch auch Schüler können damit – ganz mathematisch – etwas vermessen, etwa die Höhe eines Gebäudes oder die Maße eines Fensters. Noch ungewöhnlicher ist, dass dies in den Ferien geschieht, und zwar bei der Hessischen Schülerakademie für die Mittelstufe, an der 60 Schülerinnen und Schüler aus ganz Hessen vom 3. bis 11. Juli teilnahmen. Mathematik war nur eines der fünf Themen. Im Chemiekurs beschäftigten sich die Jugendlichen mit Forscherbiographien, im Physikkurs wurden aus verschiedenen Stoffen und in verschiedenen Färbungen Kristalle gezüchtet und im Kunst- und Kulturkurs erarbeitete die Gruppe eine Tanzchoreographie zum Thema Mobbing. Passenderweise kurz nach der Zeugnisausgabe stand beim Geisteswissenschaftskurs die Frage im Raum, ob die Schulnoten abgeschafft werden sollten - Pro und Kontra vertraten die Schülerinnen und Schüler hierbei übrigens gleichermaßen vehement.
Die Hessische Schülerakademie für die Mittelstufe fand zum siebten Mal statt. Organisiert wurde sie vom Hessischen Kultusministerium in Kooperation mit der Frankfurter Goethe-Universität, um besonders begabten und leistungsbereiten Schülern in den Ferien die Möglichkeit zu geben, sich fächerübergreifend umfassenden Fragestellungen zu widmen. Zehn Tage lang, in Kursen mit zwölf Teilnehmern, angeleitet von 15 Universitätsdozenten und zwei Studentinnen verschiedener Fachrichtungen.
Von der Kopernikusschule Freigericht nahmen acht Schülerinnen und Schüler (Paula Back, Marie Christin Benzing, Jakob Hammerschmidt, Jeremy Kaiser, Thalia Lohfink, Merle Lohfink, Lena Naumann, Carolin Schulwitz) teil, noch viel mehr hatten sich beworben. Dies konnte nur, wer vorher von seinem Klassenlehrer vorgeschlagen und mit einem Empfehlungsschreiben ausgestattet worden war. Die Teilnehmer wählten einen der sogenannten Hauptkurse und dazu wurden Nebenkurse aus den Bereichen Gesang, Modellbau, Fotografie, Hörspiel und Sport angeboten. Beim Gästenachmittag wurden die Ergebnisse den aus ganz Hessen angereisten Eltern und Lehrern präsentiert, von der Kopernikusschule staunten Dirk Kapfenberger und Bettina Mähler, beide zuständig für Hochbegabung, über das Engagement aller Beteiligten.
Eine Teilnehmerin berichtet, warum sie sich entschieden hatte, den Physikkurs als Hauptkurs zu wählen. Dort ging es um Kristalle: „Darüber wusste ich am allerwenigsten und in der Schule wird es wahrscheinlich so nicht behandelt.“ Besonders habe ihr zudem die intensive Zusammenarbeit der Schüler gefallen, alles, was ich nicht wusste, haben mir die älteren Schüler erklärt.“ Gymnasialleiter Dirk Kapfenberger resümiert: „Wer das Strahlen in den Augen der Jugendlichen bei den Präsentationen gesehen hat, weiß, dass es richtig war, den Schülern dieses Ferienangebot nahezulegen. Alle würden sofort wiederkommen, haben sie mir gesagt.“ 

Drucken E-Mail